Umstellung Leitungen 40 b, 43 und 60
Die Leitungen 40 b und 60 beginnen südlich von Lingen und führen über Nordhorn und Frenswegen nach Bad Bentheim. Die Leitung 43 führt westlich an Lingen vorbei. Die bisher für den Transport von Erdgas genutzten Leitungen wurden bereits erfolgreich auf den Transport von Wasserstoff umgestellt.
Ltg. 40 b und 60: Abschnitt Lingen – Nordhorn – Bentheim
Bestehende Leitungen für den schnellen Start
Bedingt durch den laufenden Gesamtprozess der Marktraumumstellung von L- auf H-Gas in Deutschland und den Niederlanden, können durch enge Zusammenarbeit der Netzbetreiber einzelne Leitungen des bestehenden Erdgasnetzes in Zukunft aus dem vermaschten Gesamtnetz für den Transport von Erdgas herausgelöst werden. Indem diese Leitungen für den Transport des klimaneutralen Energieträgers Wasserstoff genutzt werden, können sie als einer der ersten Bausteine des geplanten deutschlandweiten Wasserstoffnetzes zügig, kosteneffizient und mit minimalem Eingriff in die Landschaft zur Energiewende beitragen. Gleichzeitig wird die Versorgungssicherheit mit Erdgas beibehalten.
Im Projekt GET H2 Nukleus soll im niedersächsischen Lingen grüner Wasserstoff aus Windstrom erzeugt werden. Dazu soll am RWE Kraftwerksstandort in Lingen eine Elektrolyseanlage entstehen. Der erzeugte Wasserstoff wird über die umgestellten Leitungen zu industriellen Abnehmern im nördlichen Ruhrgebiet transportiert. Dies wird im ersten Schritt im Verbund mit den Projektpartnern OGE und Evonik erreicht, die ebenfalls Leitungsabschnitte umstellen oder einzelne Verbindungsleitungen neu bauen. Das Netz soll in einer späteren Ausbaustufe von Lingen bis ins Ruhrgebiet und von der niederländischen Grenze bis nach Salzgitter reichen.
Leitungsverlauf
Bei den Leitungen mit den Bezeichnungen 40 b, 43 und 60 wurden folgende Abschnitte umgestellt:
40 b: 22 Kilometer Leitung von der Station Messingen (südöstlich von Lingen) über den Netzknotenpunkt Schepsdorf bis zur Station Frenswegen (nordwestlich von Nordhorn)
43: 11 km Leitung von Station Schepsdorf bis zur Station Holthausen II um von dort die Anbindung zur bp Lingen herzustellen
60: 18 Kilometer Leitung von der Station Frenswegen bis zur Station Bentheim
An die Leitung Nr. 60 knüpft auf der Station Bentheim im Süden die Leitungen 13 und 13/5 an, in der OGE und Nowega gemeinsam von Bad Bentheim bis Legden und weiter bis Dorsten Wasserstoff transportieren.
Zeitplanung und Maßnahmen
Auf beiden Leitungen konnten die erforderlichen Ertüchtigungsarbeiten bereits erfolgreich abgeschlossen werden. In diesem Zuge wurden sowohl mehrere Passstücke, sowie H2-taugliche Armaturengruppen gesetzt. Die entsprechenden §113c Anzeigen gemäß Energiewirtschaftsgesetz wurden gestellt und im Januar 2025 durch die verantwortliche Aufsichtsbehörde im Rahmen eines Nichtbeanstandungsbescheides bestätigt.
Das Projekt wurde von der Nowega GmbH umgesetzt.
Die Leitungen 40b und 60 wurden erfolgreich umgestellt und sind somit betriebsbereit!
FAQ
Haben Sie noch Fragen zu dem Thema Wasserstoff oder den Projekten? Hier finden Sie die Antworten.
Kann in Erdgasleitungen Wasserstoff transportiert werden?
Ja. OGE, Nowega, Thyssengas und die anderen deutschen Fernleitungsnetzbetreiber haben das technische Knowhow.
Die Pipelines des Erdgas-Fernleitungsnetzes sind aus Stahl. Die eingesetzten Stähle sind zum Transport von Wasserstoff grundsätzlich geeignet. In Deutschland gibt es bereits einige regional begrenzte Wasserstoffnetze, die von Industrieunternehmen betrieben werden. Deren Pipelines sind ebenfalls aus Stahl und mit denen des Fernleitungsnetzes vergleichbar. Der GET H2 Partner Evonik hat zudem bereits umfangreiche Erfahrungen aus erfolgten Umstellungen.
Wie erfolgt die Umstellung?
Im Vorfeld der Umstellung findet eine technische Prüfung durch unabhängige Sachverständige statt. Im Fall des GET H2 NETZ ist das der TÜV Süd. Je nachdem, wie die Gutachten ausfallen, müssen erforderliche technische Anpassungen umgesetzt werden. Parallel wird ein behördliches Genehmigungsverfahren durchgeführt. Erst wenn auf allen Ebenen die Eignung für einen sicheren Transport festgestellt wurde, erfolgt die Umstellung auf Wasserstoff.
Für die Leitungen 40 b und 60 wird ein Anzeigeverfahren durchgeführt. Was ist das?
Das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) betrachtet Gasversorgungsleitungen mit einem Durchmesser von mehr als 300 Millimetern. Alle Maßnahmen (Neubau oder Umbau) mit einem Durchmesser ab 300 mm sind entsprechend planfeststellungsbedürftig. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass man sich gemäß §43 f (EnWG) von der Planfeststellung befreien lässt. Hierzu muss das hier genannte Anzeigeverfahren bei der zuständigen Planfeststellungsbehörde eingereicht werden. Inhalt der Antragsunterlagen eines Anzeigeverfahrens sind die technische Beschreibung, die planerische Ausgestaltung, die umweltfachliche Prüfung, die Zustimmungen aller betroffener Grundstückseigentümer / Bewirtschafter und Träger öffentlicher Belange (Behörden). Die Planfeststellungsbehörde prüft das Einvernehmen mit allen Betroffen und erteilt, wenn das Einvernehmen bestätigt werden kann, die Freistellung von der Planfeststellung.
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