FAQ

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Auf dieser Seite finden Sie die Antworten auf die häufigsten Fragen.

ALLGEMEIN

Warum muss Wasserstoff transportiert werden?

Die Verbraucher von Wasserstoff (zum Beispiel Chemiebetriebe, Stahlwerke oder Wasserstofftankstellen) befinden sich oft in einiger Entfernung von den Orten, an denen Wasserstoff erzeugt wird. Hinzu kommt, dass sie große Mengen dieses Energieträgers benötigen, die nicht direkt vor Ort bereitgestellt werden können. Deshalb ist es erforderlich, eine Transportinfrastruktur für Wasserstoff zu schaffen. Wie bei anderen Energieträgern – zum Beispiel Strom oder Erdgas – ist ein Netz aus miteinander verknüpften Transportleitungen die optimale Lösung für diese Aufgabe.

Wie wird Wasserstoff transportiert?

Der Transport über lange Strecken erfolgt in der Regel über in der Erde verlegte Leitungen, so genannte Pipelines. Hierfür ist geplant, hauptsächlich bestehende Leitungen zu verwenden, die heute Teil des Erdgas-Fernleitungsnetzes sind. Diese Pipelines können für den Transport von Wasserstoff umgestellt werden.
Ergänzend werden zur Komplementierung des Netzes auch noch einige Neubauleitungsprojekte errichtet werden müssen.
Wasserstoff wird üblicherweise gasförmig mit einem Druck von bis zu 70bar (bidirektional) transportiert.
Im Projekt GET H2 Nukleus zum Beispiel sollen größtenteils bereits vorhandene Rohrleitungen genutzt werden. Auf der insgesamt rund 130 Kilometer langen Strecke werden im Wesentlichen bestehende Pipelines, die aktuell Erdgas transportieren, auf den Transport von Wasserstoff umgestellt. Ergänzt wird dieses Pipelinenetz mit dem Neubau der Leitungen Dorsten – Hamborn, Dorsten – Marl und Heek – Epe
In anderen geplanten Großprojekten in Deutschland und Europa ist das gleiche Prinzip vorgesehen.

Kann in Erdgasleitungen Wasserstoff transportiert werden?

Ja. OGE hat das technische Knowhow. Die Erfahrung des größten deutschen Gasnetzbetreibers ist die Basis für den Aufbau des neuen Wasserstoffnetzes.
Die Pipelines des Erdgas-Fernleitungsnetzes sind aus Stahl. Die eingesetzten Stähle sind zum Transport von Wasserstoff grundsätzlich geeignet. In Deutschland gibt es bereits einige regional begrenzte Wasserstoffnetze, die von Industrieunternehmen betrieben werden. Deren Pipelines sind ebenfalls aus Stahl und mit denen des Fernleitungsnetzes vergleichbar. Der GET H2 NETZ-Partner Evonik hat zudem bereits umfangreiche Erfahrungen aus erfolgten Umstellungen.

Wie erfolgt die Umstellung?

Im Vorfeld der Umstellung findet eine technische Prüfung durch unabhängige Sachverständige statt. Im Fall des GET H2 NETZ ist das der TÜV Süd. Je nachdem, wie die Gutachten ausfallen, müssen erforderliche technische Anpassungen umgesetzt werden. Parallel wird ein behördliches Genehmigungsverfahren durchgeführt. Erst wenn auf allen Ebenen die Eignung für einen sicheren Transport festgestellt wurde, erfolgt die Umstellung auf Wasserstoff.

PROJEKTE

Warum wird die sogenannte Leitung 13 (und 13/5) auf Wasserstofftransport umgestellt?

In der Region Emsland ist die Umstellung der Erdgasversorgung von L- auf H-Gas abgeschlossen. Im Zuge dessen sind offene Kapazitäten im bestehenden Erdgasnetz entstanden. Da in der Region und der Umgebung mehrere potenzielle Abnehmer von Wasserstoff ansässig sind, wurde entschieden, die bestehende Leitungsinfrastruktur künftig für den Transport von Wasserstoff zu nutzen.

Warum wird die sogenannte Leitung DoHa für den Wasserstofftransport gebaut?

Die Leitung verbindet die OGE Leitung Nummer 13 in Dorsten, die von Erdgas- auf Wasserstofftransport umgestellt wird, mit der vorhandenen Leitung LNr. 201 Sonsbeck – Hamborn in Duisburg, Hierbei wird eine Anschlussmöglichkeit zum Produktionsstandort von ThyssenKrupp in Duisburg-Hamborn vorgesehen. Die Leitung ist somit ein zentraler Baustein bei der Realisierung einer klimaneutralen Stahlproduktion im Ruhrgebiet. DoHa zählt zu den Leitungsneubauprojekten, die im Rahmen des Netzentwicklungsplans 2020 auf Basis einer Marktabfrage für das künftige Wasserstoffnetz entworfen wurden. Die Leitung ist Teil des Projekts GET H2 Nukleus und soll als Projekt von gemeinsamem europäischem Interesse (IPCEI) gefördert werden.

Warum wird die sogenannte Leitung HEp für den Wasserstofftransport gebaut?

Die Leitung verbindet die OGE-Leitung Nummer 13, die von Erdgas auf Wasserstofftransport umgestellt wird, mit den bestehenden Speichergebiet in Epe. . Durch die Möglichkeit, Wasserstoff zu speichern, erhöht sich die Versorgungssicherheit für die Abnehmer des Energieträgers. HEp zählt zu den Leitungsneubauprojekten, die im Rahmen des Netzentwicklungsplans 2020 auf Basis einer Marktabfrage für das künftige Wasserstoffnetz entworfen wurden. Die Leitung ist Teil des Projekts GET H2 Nukleus und soll als Projekt von gemeinsamem europäischem Interesse (IPCEI) gefördert werden.

Warum wird die sogenannte Leitung DoMa für den Wasserstofftransport gebaut?

Die Leitung verbindet das neue Wasserstoffnetz mit einer Anschlussmöglichkeit zu den Industriebetrieben im Chemiepark Marl. DoMa zählt zu den Leitungsneubauprojekten, die im Rahmen des Netzentwicklungsplans 2020 auf Basis einer Marktabfrage für das künftige Wasserstoffnetz entworfen wurden. Die Leitung ist Teil des Projekts GET H2 Nukleus und soll als Projekt von gemeinsamem europäischem Interesse (IPCEI) gefördert werden.

GENEHMIGUNGSSCHRITTE

Wie sind nächsten Schritte? Wann wird was passieren?

Die Planung und Genehmigung des OGE-Wasserstoffnetzes erfolgen auf Basis der geltenden rechtlichen Vorgaben. In einem ersten Schritt, dem Raumordnungsverfahren, erfolgt die Findung von Trassenkorridoren (600m breit) . Dies soll im Jahr 2022 erfolgen. In einem zweiten Schritt erfolgt dann im Planfeststellungsverfahren durch die zuständigen Bezirksregierungen die genaue Trassenfestlegung. Mit dem Abschluss des Planfeststellungsbeschlusses liegt dann die öffentlich-rechtliche Baugenehmigung für den Leitungsneubau vor.

Wie wird die Öffentlichkeit im Verfahren beteiligt?

Auch hier gilt: äquivalent wie beim Bau von bisherigen Ferngasleitungen. Im Zusammenhang mit dem Raumordnungsverfahren wird im Jahr 2022 ein Beteiligungsverfahren durchgeführt, in dem sich die betroffenen Behörden, Träger öffentlicher Belange (TöB)zu den Planungen äußern können. Aktuell ist u.a. geplant, in diesem Zusammenhang und zur Information interessierter Bürger vor Ort Dialogmärkte durchzuführen.

Welchen Einfluss haben Naturschutzgebiete auf den Trassenverlauf?

Äquivalent wie beim Bau von bisherigen Ferngasleitungen bzw. sonstigen Infrastrukturprojekten. Der Schutz der Naturschutzgebiete ist eines von vielen Kriterien, die bei der Trassierung zu berücksichtigen sind. Ein Bau durch ein Naturschutzgebiet ist nicht immer erlaubt, aber auch nicht immer verboten. Im jeweiligen Einzelfall ist dies anhand der Schutzziele des Naturschutzgebiets in Abwägungen mit allen anderen betroffenen Rechtsgütern zu entscheiden.

Was passiert, wenn eine Leitung ein FFH-Gebiet quert?

Quert eine Leitung ein Fauna-Flora-Habitat-Gebiet, auch FFH-Gebiet abgekürzt, gibt es neben der Umweltverträglichkeitsuntersuchung eine spezielle FFH-Verträglichkeitsprüfung. In dieser werden die möglichen Auswirkungen des Vorhabens auf die Erhaltungsziele des Schutzgebiets abgeschätzt. Ziel ist bei jedem Projekt, die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten.

Wie ist das Verfahren zur Trassenfindung?

Im sogenannten Raumordnungsverfahren wird zunächst nach umfassender Bewertung / Prüfung aller möglichen Korridore ein Trassenkorridor als raumgeordnet definiert. Dies richtet sich nach den sogenannten Raumwiderständen (wie bspw. Naturschutzgebiete, Besiedlungen, Hydrologie oder bestehende Netzinfrastruktur). Danach erfolgt ein öffentlich-rechtliches Genehmigungsverfahren, das Planfeststellungsverfahren, das im Abschluss mit dem Planfeststellungsbeschluss die öffentlich-rechtliche Genehmigungsgrundlage zum Bau darstellt. Die Verfahren werden von den zuständigen Planungsbehörden / Bezirksregierungen geführt.

Für die Leitungen 13 und 13/5 wird ein Anzeigeverfahren durchgeführt. Was ist das?

Das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) betrachtet Gasversorgungsleitungen mit einem Durchmesser von mehr als 300 Millimetern. Alle Maßnahmen (Neubau oder Umbau) mit einem Durchmesser ab 300 mm sind entsprechend planfeststellungsbedürftig. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass man sich gemäß §43 f (EnWG) von der Planfeststellung befreien lässt. Hierzu muss das hier genannte Anzeigeverfahren bei der zuständigen Planfeststellungsbehörde eingereicht werden. Inhalt der Antragsunterlagen eines Anzeigeverfahrens sind die technische Beschreibung, die planerische Ausgestaltung, die umweltfachliche Prüfung, die Zustimmungen aller betroffener Grundstückseigentümer / Bewirtschafter und Träger öffentlicher Belange (Behörden). Die Planfeststellungsbehörde prüft das Einvernehmen mit allen Betroffen und erteilt, wenn das Einvernehmen bestätigt werden kann, die Freistellung von der Planfeststellung.

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